Public Governance
Der Denkplatz Bern und seine Uni

Verschiedene Institute der Universität Bern, insbesondere das Kompetenzzentrum für Public Management, setzen sich dafür ein, den «Denkplatz Bern» effizienter zu gestalten und weiterzuentwickeln. Bern ist der Ort, an dem die politischen Strategien für die Schweiz ausgehandelt werden. Die Universität leistet dazu einen wichtigen Beitrag und verschafft dem Kanton und der Stadt Bern einen entscheidenden Standortvorteil.

Bern ist das politische Entscheidungszentrum der Schweiz. Hier tagen die Eidgenössischen Räte, hier ist der Sitz des Bundesrates und zentraler Teile der Bundesverwaltung. Bern ist ferner der Hauptsitz grosser öffentlicher Unternehmen: die Post, SBB AG, Swisscom. Bern hat auch eine internationale Dimension: Über 60 ausländische Botschaften und verschiedene internationale Organisationen haben hier ihren Sitz. Bern ist der Ort, an dem über die Steuerungsprobleme des modernen Staates und die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Trägern von öffentlichen Aufgaben nachgedacht wird.

Neue Fragen – neue Antworten
Der demokratische Verfassungsstaat ist die Staatsform für eine Kultur, in welcher nicht ein Einzelner für alle verbindlich festlegen kann, was gut und gerecht ist. Das Gute und Gerechte ist vielmehr das Ergebnis eines politischen Prozesses, an welchem alle Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind. Das politische Umfeld verändert sich: Die Politik wird internationaler, der demokratische Diskurs in der komplexen und schnelllebigen Netzwerkgesellschaft muss gesichert werden, staatliche und private Träger erfüllen gemeinsam öffentliche Aufgaben. «Public Governance» ist der Sammelbegriff für die Erklärungsmuster, die für diese neuen Phänomene bereitgestellt werden. Bei der Analyse dieser Phänomene kommt der Universität Bern eine Schlüsselrolle zu.

Staatliche Prinzipien weiterentwickeln
Mit dem Konzept der Public Governance sind Steuerungsprobleme im öffentlichen Sektor angesprochen. Die entscheidende Frage dabei ist: Wie kann staatliche Steuerung gleichzeitig gerechter, effektiver und partizipativer gestaltet werden? Staatliche Prinzipien wie Demokratie und Gewaltenteilung, Transparenz und Effizienz werden aus unterschiedlicher Perspektive – Staatsrechtslehre, Politikwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre – beleuchtet und weiter entwickelt. 2002 wurde das Kompetenzzentrum für Public Management (KPM) als interfakultäres Institut der Universität Bern gegründet. Hier werden Lehre, Forschung und Dienstleistungen auf dem Gebiet der Public Governance angeboten.

Was nützt die Universität dem Kanton?
Aber auch in anderen Instituten der Uni Bern wird Wissen bereitgestellt, das direkten Nutzen für den öffentlichen Sektor bringt. Das Institut für Politikwissenschaft befasste sich unter anderem mit der Frage, ob E-Voting zu einer Belebung der direkten Demokratie beiträgt, das Institut für Organisation und Personal entwickelte ein Verfahren für die Haushaltsanierung im Kanton und das Kompetenzzentrum für Public Management hat Grundlagenarbeiten für die Reorganisation der obersten Gerichtsbarkeit im Kanton geleistet. Der Kanton Bern schätzt und anerkennt die Disponibilität seiner Universität, wenn es um die Entwicklung von Zukunftsstrategien und um die Modernisierung der Institutionen geht. Der «Denkplatz Bern» gehört im interkantonalen Wettbewerb zu den unbestreitbaren Standortvorteilen des Kantons.

Prof. Dr. Kurt Nuspliger, Staatsschreiber des Kantons Bern
175 Jahre Universität Bern
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